Zellen statt Plastik: Forscher haben erstmals funktionsfähige menschliche Haut mittels 3D-Druck erzeugt. Ein Spezialdrucker trägt dafür Zellen und Biomoleküle der verschiedenen Hautschichten nacheinander auf. Mit diesem Verfahren könnten Patienten mit schweren Verbrennungen künftig schneller neue Haut erhalten, die gedruckte Haut eignet sich aber auch als Ersatz für Tierversuche bei Kosmetik und Arzneimitteltests.
Unsere Haut ist ein komplexes Gebilde. Sie umfasst drei verschiedene Gewebeschichten mit jeweils ganz unterschiedlichen Aufgaben und Zellbestandteilen. Zudem sind in ihr auch Haarfollikel, Schweißdrüsen, Nervenenden und Blutgefäße eingebettet. Entsprechend schwierig ist es bisher, die menschliche Haut im Labor künstlich zu züchten. Aus Stammzellen gelang dies erst vor Kurzem erstmals.
Zellen statt Tinte
Jetzt haben Juan Francisco del Cañizo von der Complutense Universität Madrid und seine Kollegen erstmals einen 3D-Drucker genutzt, um funktionsfähige menschliche Haut aus den äußeren zwei Schichten zu erzeugen. Statt Tinte und Farbpatronen enthält ihr Drucker Injektoren mit Nährlösung, in denen die Zellen und Biomoleküle der verschiedenen Hautschichten schwimmen.
„Entscheidend für dieses System ist es zu wissen, wie die biologischen Komponenten gemischt werden müssen, unter welchen Bedingungen wir sie halten und applizieren und wie wir sie mittels Druck zusammenfügen“, erklärt del Cañizo. Der Gewebedrucker deponiert auf einem speziellen Untergrund zuerst die äußere Hautschicht, die Epidermis mit ihrer Hornhautschicht. Darauf folgt die Dermis oder Lederhaut. In ihr sitzen spezielle Zellen, die Fibroblasten, die Kollagen produzieren, das Protein, das der Haut ihre Elastizität und Festigkeit verleiht.