Unerwartet viel „gutes Fett“: Der menschliche Körper verfügt offenbar über mehr braunes Fettgewebe als gedacht. Das legt nun zumindest eine Studie nahe. Demnach ist der Anteil dieses leicht verbrennbaren Fettes insgesamt dreimal so hoch wie bisher bekannt war. Allerdings: Das Braunfett ist leider nicht gerecht verteilt. So haben etwa Frauen oft mehr aktives braunes Fett als Männer. Das könnte auch die Wirkung von modernen Adipositas- und Diabetesmedikamenten beeinflussen.
Pölsterchen, Hüftgold und Rettungsringe: Weißes Fettgewebe formt an den bekannten Körperstellen typische Rundungen als Energiedepots für „schlechte Zeiten“. Genau das Gegenteil passiert im braunen Fettgewebe. Diese Fettzellen sind darauf spezialisiert, ihnen zur Verfügung stehende Energie möglichst schnell zu verbrennen und in Wärme umzuwandeln.
Braunfett gilt deshalb als „gutes“ Fett – und wer anteilig mehr davon hat, nimmt schneller ab. Allerdings: Zum Leidwesen vieler schienen die braunen Heizkraftwerke bei erwachsenen Menschen nur in geringfügigen Mengen vorzukommen. Carlos Gerngroß und seine Kollegen von der Technischen Universität München verkünden nun jedoch eine gute Nachricht. Offenbar verfügt unser Körper über mehr braunes Fett als bisher bekannt war.
Dreimal so hoch wie angenommen
Für ihre Studie fertigten die Mediziner knapp 3.000 PET-Scans von 1.644 Patienten an. PET steht als Abkürzung für Positronen-Emissions-Tomographie – eine Methode, die eigentlich in der Krebsmedizin eingesetzt wird, um Stoffwechselvorgänge sichtbar zu machen. Da ein Tumor häufig einen anderen Energiestoffwechsel als gesundes Gewebe aufweist, können so Metastasen festgestellt werden. „Als Nebenprodukt wird für uns aktives braunes Fettgewebe sichtbar“, erklärt Mitautor Tobias Fromme. „Dieses Gewebe nimmt viel Zucker auf und das können wir über die Scans nachvollziehen.“