Erfolg gegen hartnäckige Tumore: Eine neuartige Vorbehandlung könnte die Chemotherapie gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs wirksamer machen. Dabei wird ein ursprünglich gegen Schlaganfall zugelassenes Mittel eingesetzt, das das Umfeld des Tumors schwächt – und ihn sensibler für die Chemotherapie macht. Im Test an Mäusen und menschlichem Tumorgewebe erhöhte dies den Therapieerfolg signifikant, wie die Forscher berichten.
Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den aggressivsten und am schwersten zu bekämpfenden Krebsarten überhaupt: Die Überlebensrate nach fünf Jahren liegt seit Jahrzehnten nur bei sieben Prozent – allen Fortschritten der Onkologie zum Trotz. Selbst eine Kombination mehrerer Chemotherapeutika kann das Fortschreiten der oft inoperablen Tumoren nur selten aufhalten.
Angriff aufs „Nest“ des Tumors
Doch jetzt könnten Marina Pajic vom Garvan Institute of Medical Research im australischen Darlinghurst und ihre Kollegen einen vielversprechenden neuen Ansatz gegen den Bauchspeicheldrüsenkrebs gefunden haben. Ihre Idee: Sie setzen einen Wirkstoff ein, der den Tumor schon vor der Chemotherapie schwächt, indem er sein Umfeld schädigt.
Pankreas-Tumore verändern die Gewebe und Blutgefäße in ihrer unmittelbaren Umgebung, um so ihr Wachstum zu optimieren. Sie bauen sich mit diesem sogenannten Stroma quasi ein „Nest“, wie viele andere Krebsgeschwulste auch. Und genau an diesem „Nest“ setzt die Behandlung der Forscher an.