Bitte Anschnallen! Künftig könnten Flüge über den Atlantik deutlich holpriger werden. Denn schwere Turbulenzen werden bis zum Jahr 2100 wahrscheinlich zwei bis dreimal häufiger als bisher auftreten, wie eine Klimasimulation ergeben hat. Der Grund: Durch den Klimawandel verstärken sich Scherwinde im Jetstream, einer „Wind-Autobahn“ über dem Atlantik – und das verstärkt die Turbulenzen.
Aus heiterem Himmel beginnt das Flugzeug plötzlich zu rütteln und zu holpern, im schlimmsten Fall sackt es sogar abrupt stark ab: Solche atmosphärischen Turbulenzen sind mehr als nur lästig, sie können bei Passagieren auch schwere Verletzungen vorvorrufen und sogar die Flugzeuge beschädigen. Das Tückische daran: Sie treten auch bei scheinbar völlig klarem Himmel auf und sind daher selbst von Piloten kaum vorher erkennbar.
Reiseflughöhe im Visier
Solche Probleme könnten dem Flugverkehr jedoch in Zukunft häufiger drohen: Bereits vor einigen Jahren prognostizierten Paul Williams von der University of Reading und sein Team, dass der Klimawandel die Transatlantikflüge künftig deutlich verlängern und die Flüge zudem holpriger machen wird.
Jetzt haben die Forscher ihre Turbulenz-Prognosen weiter präzisiert. Für ihre Studie untersuchten sie mit Hilfe von Klimasimulationen, wie sich Häufigkeit und Schwere atmosphärischer Turbulenzen in rund zwölf Kilometern Höhe über dem Atlantik verändern – und damit in der typischen Reiseflughöhe. Sie gingen dabei von einem Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre aus, der dem doppelten des präindustriellen Werts entspricht – ein Wert, der noch in diesem Jahrhundert erreicht werden könnte.