Schlechter Schlaf durch dicke Luft: Die Luftverschmutzung macht nicht nur krank, sie raubt uns auch den Schlaf, wie jetzt eine Studie aufzeigt. Menschen, die länger in Gebieten mit erhöhten Feinstaub- und Stickoxidwerten leben, leiden demnach mit gut 50 Prozent höherer Wahrscheinlichkeit an chronischen Schlafstörungen. Der Grund dafür könnten Wirkungen der Luftschadstoffe auf Atemwege, Kreislauf und Gehirn sein, mutmaßen die Forscher.
In den letzten Jahren decken Forscher immer mehr negative Folgen der weltweit grassierenden Luftverschmutzung auf. So schädigt Feinstaub nicht nur die Lungen und kann Lungenkrebs fördern, die winzigen Partikel können auch Infektionen begünstigen und die Wirkung von Antibiotika hemmen. Außerdem steht die Luftverschmutzung in Verdacht, das Gehirn zu schädigen und Frühgeburten zu fördern.
Schlafmessung bei Stadtbewohnern
Jetzt haben Martha Billings von der University of Washington und ihre Kollegen eine weitere Schadwirkung der Luftverschmutzung untersucht. „Wir wollten wissen, ob die Luftverschmutzung den Schlaf beeinträchtigt“, erklärt Billings. „Weil die Luftschadstoffe die Atemwege reizen, Schwellungen verursachen und das Nervensystem und Schlafzentren im Gehirn beeinflussen, wäre ein solcher Effekt durchaus wahrscheinlich.“
Für ihre Studie hatten die Forscher über fünf Jahre hinweg die Schlafqualität von 1.863 Versuchspersonen untersucht, die in unterschiedlich stark belasteten Wohngegenden von US-Städten lebten. Über Handgelenkssensoren ermittelten sie nächtliche Wachphasen und werteten Messdaten zur Stickoxid- und Feinstaubbelastung aus.