Durchwachte Nächte: Forscher haben erstmals Gene identifiziert, die mit Schlaflosigkeit in Verbindung zu stehen scheinen. Bestimmte Varianten in insgesamt sieben DNA-Abschnitten können demnach die Anfälligkeit für Schlafstörungen erhöhen. Damit wird nun deutlich: Schlaflosigkeit ist – anders als oftmals behauptet – kein rein psychologisches Problem, wie das Team im Fachmagazin „Nature Genetics“ schreibt.
Schlaf ist für unseren Körper und unser Gehirn überlebenswichtig. Doch immer mehr Menschen leiden unter Schlafstörungen und Insomnie. In Deutschland sind es einer aktuellen Untersuchung zufolge sogar 80 Prozent aller Erwerbstätigen – Tendenz steigend. Die Ursachen dafür sind vielfältig: Neben Stress im Arbeits- und Privatleben, können auch Lichtverschmutzung, Lärm, warme Nächte und Feinstaub dazu beitragen.
Sieben Gene rauben den Schlaf
Doch nicht nur äußere Umwelteinflüsse können schuld am schlechten Schlaf sein. Wissenschaftler um Anke Hammerschlag von der Freien Universität Amsterdam haben nun erstmals gezeigt, dass auch genetische Faktoren eine Rolle bei diesem Krankheitsbild spielen. Für ihre Studie suchten sie bei 113.006 Probanden nach Zusammenhängen zwischen berichteter Schlaflosigkeit und bestimmten genetischen Varianten im Erbgut.
Das Ergebnis: Tatsächlich stießen die Forscher auf sieben Gene, in denen solche Varianten mit Ein- und Durchschlafproblemen und einer schlechten Schlafqualität in Verbindung zu stehen scheinen. Die identifizierten Abschnitte auf der DNA sind verantwortlich für die Regulierung der Transkription und die sogenannte Exocytose – ein Prozess, bei dem Zellen Moleküle freisetzen, um mit ihrer Umwelt zu kommunizieren.