Der Bialowieza-Urwald in Polen, die Vaquita-Schweinswale in Kalifornien und der Atsinanana-Regenwald auf Madagaskar: Sie alle sind akut bedroht, obwohl sie zum Weltnaturerbe gehören, wie wie die International Union for Conservation of Nature (IUCN) berichtet. Das Problem: Der Status als Welterbe allein reicht offenbar nicht aus, damit die Länder effektive Schutzmaßnahmen auch wirklich umsetzen.
Ob das Great Barrier Reef, die Galapagosinseln oder der letzte große Urwald Europas, der Bialowieza -Wald: Sie alle repräsentieren einzigartige Ökosysteme und wurden daher von der UNESCO zum Weltnaturerbe erklärt. Das Problem: Damit werden diese Gebiete zwar als besonders schützenswert ausgewiesen, Sanktionen bei Verstößen kann die UNESCO aber nicht verhängen. Sie kann höchstens drohen, dem Gebiet den Status abzuerkennen.
Bedrohtes Erbe
Als Folge sind viele Weltnaturerbe-Stätten akut bedroht. Im Falle des Great Barrier Reef geschieht dies vor allem durch den Klimawandel, der immer wieder schwere Korallenbleichen auslöst. Die spanischen Doñana-Feuchtgebiete leiden unter Austrocknung und Überdüngung und Wälder wie der Amazonas oder der Yellowstone Nationalpark sind von Rodungen bedroht.
Jetzt schlägt auch die International Union for Conservation of Nature (IUCN) Alarm. Denn auch von den 57 von ihr betreuten Weltnaturerbe-Stätten sind zwei Drittel akut bedroht. Vor allem illegale Rodungen und Wilderei gefährden die Lebensräume. „Es ist alarmierend, dass selbst die größten Naturschätze unseres Planeten von illegalen Aktivtäten bedroht sind“, sagt IUCN Generaldirektorin Inger Andersen.