Essenspausen als Anti-Aging-Mittel? Intervallfasten kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken – doch Alterungsprozesse lassen sich dadurch nicht aufhalten. Das legt nun zumindest eine Studie mit Mäusen nahe. Demnach wirkte sich ein regelmäßiger Wechsel zwischen Fasteneinheiten und normalen Essensphasen nur minimal bis gar nicht auf typische Alterserscheinungen aus. Trotzdem lebten die fastenden Tiere länger als ihre Artgenossen – denn die Essenspausen bremsten das Wachstum lebensbedrohlicher Krebsgeschwüre.
Fasten beeinflusst den Körper auf vielfältige Weise und gilt heute fast schon als Allheilmittel. Denn Forscher stellen inzwischen immer mehr fest, dass an der alten Tradition des Nahrungsverzichts mehr dran ist als man lange Zeit glaubte. Studien mit Mäusen belegen etwa, dass schon kurze Fasteneinheiten im Wechsel mit normalen Essensphasen die Fettverbrennung ankurbeln, den Insulinspiegel sinken lassen und sich positiv auf den Zellstoffwechsel auswirken. Auf diese Weise scheint das Fasten gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und sogar gegen Krebs helfen zu können.
Die positiven gesundheitlichen Effekte des Fastens wirken sich bei Tieren auch auf die Lebensdauer aus: Mäuse und Affen, die auf strenge Diät gesetzt werden, leben deutlich länger als Artgenossen, die freien Zugang zu Nahrung haben: Umgerechnet in Menschenjahre werden die Nager etwa zwölf Jahre älter. Doch bedeutet das im Umkehrschluss auch, dass die Tiere durch das Fasten langsamer altern?
Längeres Leben gleich langsames Altern?
„In Fachkreisen war diese Ansicht bisher weit verbreitet. Oft stützt sie sich darauf, dass fastende Tiere länger leben als Vergleichstiere. Nur die Lebensdauer zu betrachten, ist allerdings wenig aussagekräftig. Denn eine Lebensverlängerung kann durch eine isolierte Wirkung auf bestimmte lebensbegrenzende Krankheitsprozesse bedingt sein“, sagt Dan Ehninger vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Bonn.