Schützender Effekt: Sport kann nicht nur die Symptome einer Depression lindern – sondern auch verhindern, dass sie überhaupt entsteht. Eine groß angelegte Studie mit norwegischen Probanden zeigt: Bereits ein bis zwei Stunden Bewegung pro Woche reichen offenbar aus, um das Erkrankungsrisiko um mehr als 40 Prozent zu senken. Schon kleine Lebensstiländerungen können demnach Großes bewirken, schreiben die Forscher.
Depressionen sind ernsthafte Erkrankungen, die behandelt werden müssen – und können. Den wichtigsten Grundpfeiler der Therapie bildet in der Regel eine Kombination aus medikamentöser Behandlung und psychotherapeutischer Betreuung. Doch daneben gibt es weitere Ansätze, die Patienten zusätzlich helfen können. Als erwiesen gilt etwa, dass körperliche Aktivität manchen Betroffenen das Lächeln zurückgibt – zum Beispiel in Form von Laufen oder Yoga.
Doch regelmäßige Bewegung kann nicht nur bestehende Beschwerden lindern. Sie scheint auch eine vorbeugende Wirkung zu entfalten. Wie stark dieser Effekt ist, haben Samuel Harvey von der University of New South Wales im australischen Kensignton und seine Kollegen nun untersucht: „Wir wissen schon länger, dass Sport die Symptome einer Depression mildern kann“, sagt der Forscher. „Jetzt können wir aber erstmals auch ihr präventives Potenzial quantifizieren.“
Wer trainiert wieviel?
Für ihre Studie begleiteten die Wissenschaftler 33.908 norwegische Erwachsene über einen Zeitraum von elf Jahren. Die zu Beginn der Untersuchung psychisch gesunden Teilnehmer mussten zunächst angeben, wie oft und wie intensiv sie im Alltag trainierten. Als sportliche Betätigung erfasst wurden dabei sowohl Aktivitäten, bei denen die Probanden nicht oder nur mäßig ins Schwitzen kamen, als auch solche, bei denen sie sich bis zu Erschöpfung verausgabten.