Großzügigkeit wird belohnt: Frauen verhalten sich tendenziell prosozialer als Männer. Warum das so ist, haben Forscher nun herausgefunden. Ihre Experimente zeigen: Weibliche und männliche Gehirne verarbeiten soziales und egoistisches Verhalten völlig unterschiedlich. Während bei Frauen Großzügigkeit eine vergleichsweise starke Reaktion des Belohnungssystems hervorruft, belohnt das Männergehirn offenbar eher egoistisches Verhalten.
Typisch Mann, typisch Frau: Klischees über die Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es viele – und in manchen steckt tatsächlich ein wahrer Kern. Zwar ist „das“ männliche oder weibliche Gehirn ein Mythos. Dennoch finden Wissenschaftler immer wieder Indizien für geschlechtsspezifische Besonderheiten in Verhalten und Biologie. So scheinen Männer und Frauen beispielsweise unterschiedlich auf Stress und negative Gefühle zu reagieren.
Auch in Sachen Narzissmus, Kooperationsverhalten und Großzügigkeit gibt es offenbar Unterschiede. Demnach sind Männer tendenziell narzisstischer – und Frauen großzügiger als das andere Geschlecht: Die Damenwelt verhält sich uneigennütziger und hat mehr Sinn für Gerechtigkeit, wie Studien wiederholt gezeigt haben. So verteilen Frauen in experimentellen Spielen etwa Geldbeträge deutlich großzügiger als männliche Teilnehmer.
Egoistisch oder sozial?
Doch wie lässt sich dieser Unterschied erklären? Um das herauszufinden, haben Alexander Soutschek von der Universität Zürich und seine Kollegen Verhaltensexperimente mit knapp 30 Männern und 30 Frauen durchgeführt. Im Versuch mussten sich die Probanden im Rahmen eines Spiels für eine von zwei Strategien entscheiden: Entweder sie waren egoistisch und erspielten nur Geld für sich oder sie spielten prosozial und teilten mit anderen.