Gefahr für die Atemwege: Nicht nur besonders feiner Feinstaub steigert das Risiko von Asthma-Erkrankungen. Auch gröbere Staub-Partikel in der Luft scheinen eine Gefahr für die Atemwege darzustellen, wie eine Studie nun nahelegt. Besonders jüngere Kinder leiden demnach verstärkt unter den Folgen der Belastung mit sogenanntem PM10-2,5-Feinstaub.
Die Luftverschmutzung ist ein zunehmendes Problem, das auch in Deutschland immer größer wird. Neben Stickoxiden aus Dieselabgasen ist es vor allem die Feinstaub-Belastung, die unsere Gesundheit gefährdet und unter anderem das Risiko von Asthma-Erkrankungen steigert. Als besonders schädlich galt dabei bislang der sogenannte PM2,5-Feinstaub mit Partikeln von weniger als 2,5 Mikrometern Durchmesser. Denn diese Partikel können wegen ihrer geringen Größe bis in die Bronchiolen und die Lungenbläschen vordringen.
Wissenschaftler um Corinne Kent von der Johns Hopkins University in Baltimore haben nun untersucht, ob gröberer Feinstaub eine ähnliche Gefahr darstellt – Partikel zwischen 2,5 und zehn Mikrometern, die zum Beispiel durch Reifenabrieb auf der Straße oder beim Pflügen von Ackerflächen in die Luft gewirbelt werden. „Die Environmental Protection Agency kam zuletzt noch zu dem Schluss, dass es nicht genügend wissenschaftliche Daten gibt, um mögliche negative Gesundheitseffekte dieses PM10-2,5-Feinstaubs zu beurteilen“, sagt Kent.
Mit jedem Mikrogramm steigt das Risiko
Um diese Forschungslücke zu schließen, analysierte das Team die Daten von über sieben Millionen US-amerikanischen Kindern im Alter zwischen fünf und zwanzig Jahren, die von 2009 bis 2010 an einem Gesundheitsfürsorgeprogramm teilgenommen hatten. Wer von den jungen Probanden litt an Asthma? Und gab es einen Zusammenhang zu der Luftverschmutzung an ihrem Wohnort?