Beunruhigender Effekt: Forscher haben eine bisher unbekannte Wirkung von Salz auf unser Gehirn entdeckt. Demnach kann eine zu salzreiche Kost zu messbaren kognitiven Einbußen führen und die Hirndurchblutung verschlechtern, wie Versuche mit Mäusen nahelegen. Das überraschende daran: Dieser Effekt ist unabhängig von Blutdruck oder Gefäßentzündungen. Stattdessen sind von Immunzellen im Darm freigesetzte Botenstoffe entscheidend, wie die Forscher im Fachmagazin Nature Neuroscience“ berichten.
Unser Körper braucht zwar Salz, aber ein Zuviel scheint schädlich zu sein: Studien deuten darauf hin, dass eine zu salzreiche Ernährung zumindest bei einigen Menschen Bluthochdruck, Gefäßentzündungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern kann. Zudem könnte es eine Herzschwäche fördern und möglicherweise sogar die Pubertät verzögern.
Hirndurchblutung verringert
Eine weitere Schadwirkung von zu viel Salz haben nun Giuseppe Faraco von Weill Cornell Medicine in New York und seine Kollegen entdeckt. Sie haben untersucht, wie sich salzreiche Kost auf die Hirndurchblutung und die kognitiven Leistungen von Mäusen auswirkt. Diese bekamen dafür Futter, das vier bis acht Prozent Kochsalz enthielt. „Damit ist diese Diät vergleichbar mit dem, was Menschen mit einer sehr salzreichen Kost zu sich nehmen“, erklären die Forscher.
Das Ergebnis: Schon nach acht Wochen zeigten sich deutliche Veränderungen am Gehirn der Tiere. Ihre gesamte Hirnrinde war um rund 28 Prozent schlechter durchblutet, wie Aufnahmen mittels Magnetresonanz-Tomografie (MRT) ergaben. Der für das Gedächtnis wichtige Hippocampus war ebenfalls betroffen: Hier sank der Blutfluss um 25 Prozent.