Von wegen Heilpflanze: Bestimmte Inhaltsstoffe aus den Blättern von Aloe-Pflanzen können Krebs auslösen und die DNA schädigen. Zu diesem Schluss kommt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Problematisch sind demnach sogenannte Hydroxyanthracen-Derivate. Diese Substanzen kommen in den äußeren Blattschichten der Pflanzen vor und sind oft in Nahrungsergänzungsmitteln mit Aloe enthalten. Solche Produkte seien daher als gesundheitlich bedenklich zu bewerten, schreibt die Behörde.
Schönheitsexperten und Naturheilkundler sagen Aloe-Pflanzen wahre Wunderwirkungen nach. Das Gel in den Blättern der Wüstenbewohner speichert enorm viel Wasser. In Cremes und Salben soll es daher Feuchtigkeit spenden und geschundene Haut bei der Regeneration unterstützen – zum Beispiel nach einem Sonnenbrand. Auch bei Ekzemen und Dermatosen gilt die Aloe als hilfreich.
Die Kraft der Heilpflanzen soll sich auch bei innerer Anwendung zeigen. So regen Aloe-Extrakte als Inhaltsstoff in Kapseln, Säften und Joghurt beispielsweise die Verdauung an und wirken abführend. Dieser Effekt ist sogar wissenschaftlich bewiesen. Das Problem: Nahrungsergänzungsmittel mit Aloe enthalten oft sogenannte Hydroxyanthracen-Derivate. Diese pflanzlichen Anthranoide kommen in der obersten Schicht der Blätter der Pflanzen vor und stehen schon länger im Verdacht, möglicherweise krebserregend zu sein.
Erhöhtes Krebsrisiko
Doch geht von anthranoidhaltigen Aloe-Zubereitungen wirklich ein gesundheitliches Risiko aus? Dieser Frage hat sich nun die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gewidmet. Dafür wertete sie alle verfügbaren wissenschaftlichen Studien aus, die sich mit einem potenziellen Zusammenhang zwischen Hydroxyanthracen-Derivaten und Gesundheitsschäden beschäftigen.