Nachteil später Geburt: Wenn Männer erst spät Vater werden, könnte sich dies negativ auf die Lebensdauer ihrer Kinder auswirken. Denn eine Studie mit Mäusen legt nun nahe, dass die Nachkommen alter Väter schneller altern und insgesamt weniger lange leben. Schuld daran sind offenbar Anlagerungen am Erbgut, die vom Vater über die Spermien an das Kind weitergegeben werden. Nach Ansicht der Forscher könnte dies auch beim Menschen der Fall sein.
Immer mehr Frauen und Männer bekommen heute erst in mittlerem Alter Nachwuchs, weil dies besser in die Karriereplanung passt. Doch das birgt Risiken: Bei älteren Müttern steigt die Wahrscheinlichkeit für Fehlbildungen des Kindes jenseits der 30 deutlich an. Das Alter der Väter scheint sich dagegen vor allem auf die psychische Gesundheit des Nachwuchses auszuwirken, wie Forscher vor einigen Jahren herausfanden. Demnach haben Kinder später Väter ein deutlich höheres Risiko für psychische Störungen, ADHS, Autismus und Suchterkrankungen.
Kinder junger und alter Väter im Vergleich
Doch leiden Kinder alter Väter womöglich auch unter körperlichen Nachteilen? Das haben Dan Ehninger vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und sein Team nun bei Mäusen untersucht. „Uns ging es um die Frage, ob altersabhängige Veränderungen in der männlichen Keimbahn die Gesundheit der Nachkommen beeinflussen können: Gibt es vielleicht einen generationsübergreifenden Effekt?“, so Ehninger.
Für ihre Studie verglichen die Forscher die Nachkommen junger, erst vier Monate alter Mäuseväter mit denen von betagten Mäusemännchen. Alle Mütter waren gleich jung und die Nachkommen wuchsen unter gleichen Bedingungen und ohne Kontakt zu ihren Vätern auf. Als die Mäusekinder erwachsen waren, analysierten die Wissenschaftler bei ihnen 13 biologische Faktoren, die das biologische Alter kennzeichnen, darunter Ablagerungen in den Nieren, Gewebeveränderungen sowie DNA-Anlagerungen.