Gewinner und Verlierer zugleich: Die Haie verdanken ihre heutige Artenvielfalt einer globalen Katastrophe – dem Massenaussterben am Ende der Kreidezeit. Denn Vergleiche fossiler Haizähne enthüllen, dass die zuvor dominierende Haiordnung damals stark dezimiert wurde. Dafür breiteten sich die Vorfahren der heutigen Grundhaie stark aus und legten so den Grundstein für ihre heutige Dominanz. Warum einige Haigruppen damals profierten und andere verschwanden, ist allerdings noch unklar.
Haie gehörten schon in der Ära der Dinosaurier zu den Top-Prädatoren der Ozeane. Damals dominierten vor allem Arten aus der Ordnung der Makrelenhaiartigen (Lamniformes), unter ihnen Vorfahren der heutigen Weißen Haie, der Mako- und Sandhaie, aber auch des vor rund 2,6 Millionen Jahren ausgestorbenen Riesenhais Megalodon.
Rätselhafte Verschiebung
Seltsam jedoch: Heute macht diese einst so dominante Ordnung nur noch einen kleinen Teil der Haiarten aus. Weitaus verbreiteter sind inzwischen die Grundhaie (Carcharhiniformes), zu denen heute rund die Hälfte aller Haiarten gehören, darunter Tigerhaie, Katzenhaie, Hammerhaie und viele Riffhaie. Was diese Verschiebung innerhalb der Haie ausgelöst hat und wann sie stattfand, blieb bisher jedoch rätselhaft.
Einer der Gründe dafür: „Die Knorpelskelette der Haie fossilisieren kaum und daher ist unser Wissen über diese Fische größtenteils auf isolierte Haizähne beschränkt, die zu tausenden gefunden wurden“, erklärt Erstautor Mohamad Bazzi von der Uppsala Universität in Schweden. Anhand der Zähne von 597 fossilen Haien haben er und sein Team nun rekonstruiert, was mit diesen Raubfischen während und nach dem Massenaussterben am Ende der Kreidezeit geschah.