Duftende Strategie: Schon die Blütenpflanzen der Kreidezeit könnten ihre Bestäuber mithilfe von Düften angelockt haben. Eine Analyse in Bernstein konservierter Pflanzenfossilien zeigt: Diese primitiven Blumen besaßen bereits Gewebe, mit dem sie entsprechende Stoffe produzieren konnten. Die Wurzeln dieses bis heute von zahlreichen Pflanzen genutzten Verführungstricks scheinen demnach bis ins Zeitalter der Dinosaurier zurückzureichen.
Ohne geht es nicht: Damit Pflanzen sich fortpflanzen können, müssen sie bestäubt werden. Zahlreiche Arten verlassen sich dabei auf die Hilfe von Tieren – zum Beispiel auf Bienen und Schmetterlinge, aber auch Vögel, Fledermäuse und andere Säugetiere. Um diese tierischen Dienstleister erfolgreich anzulocken, haben sie im Laufe der Evolution eine ganze Palette von Tricks entwickelt: Sie produzieren süßen Nektar, leuchten in auffälligen Farben oder verströmen einen betörenden Duft.
Doch seit wann nutzen Pflanzen diese Art der Verführungskunst? Dieser Frage sind nun Wissenschaftler um George Poinar von der Oregon State University in Corvallis nachgegangen. Sie wollten wissen, ob schon die frühen Blütenpflanzen der Kreidezeit potenzielle Bestäuber mit Duftstoffen anlockten.
Blüten im Bernstein
Auf der Suche nach Hinweisen nahmen sie in Bernstein konservierte Blüten wie die inzwischen ausgestorbenen Arten Cascolaurus burmensis und Tropidogyne pentaptera unter die Lupe. „Man kann bei fossilen Pflanzen zwar keine Düfte mehr feststellen oder chemische Komponenten analysieren“, erklärt Poinar. „Aber man kann Gewebetypen suchen, die für die Produktion von Duftstoffen verantwortlich sind.“