Hoffnung für Zöliakie-Patienten: Forscher haben ein potenzielles Mittel gegen Glutenunverträglichkeit entwickelt. Ihr Komplex aus Antikörperfragmenten dockt an aufgenommenes Gluten aus der Nahrung an und neutralisiert es dadurch. Als Folge kann das Klebereiweiß im Darm keine schädliche Wirkung mehr entfalten. Das Präparat soll schon in wenigen Jahren in der Apotheke erhältlich sein – ob es die Zöliakie-Symptome vollständig beseitigt oder nur abschwächt, ist allerdings noch unklar.
Rund ein bis zwei Prozent der Menschen in Europa leiden an Zöliakie. Betroffene dieser Autoimmunkrankheit vertragen das in vielen Getreidearten enthaltene Klebereiweiß Gluten nicht: Es veranlasst ihre körpereigene Abwehr dazu, den Darm anzugreifen. Aus diesem Grund müssen Patienten eine strenge Diät einhalten und ein Leben lang auf Weizen, Dinkel, Roggen und Co verzichten.
Zwar wird inzwischen auch an potenziellen Medikamenten geforscht. Diese Wirkstoffe sind jedoch noch weit von der Marktreife entfernt. Außerdem greifen sie aktiv in das Immunsystem ein, was die Gefahr von Nebenwirkungen mit sich bringt. Britta Eggenreich von der Technischen Universität Wien und ihre Kollegen haben sich daher nun einen anderen Ansatz ausgedacht: Sie entwickelten ein Mittel, das die Gluten-Moleküle im Darm einfach unschädlich macht.
Neutralisierende Antikörper
„Unser Körper produziert Antikörper, die genau zu eindringenden Antigenen passen, wie ein Schlüssel zum Schloss – dadurch werden diese Antigene neutralisiert“, erklärt Eggenreichs Kollege Oliver Spaduit die Idee. „Wenn man ein Antikörperfragment findet und herstellt, das an das eindringende Gluten andockt und es blockiert, ohne aber eine Immunreaktion zu erzeugen, kann man die Symptome der Zöliakie unterdrücken.“