Kampf ums wertvolle Nass: Der Klimawandel und das Bevölkerungswachstum werden in Zukunft zu einer weiteren Verknappung der weltweiten Wasserreserven führen. Damit steigt auch das Risiko politischer Konflikte um dieses Gut, wie eine Studie zeigt. Demnach sind unter anderem die Länder rund um den Nil und im Gangesdelta besonders gefährdet. Daneben könnten auch die Staaten entlang von Euphrat und Tigris sowie dem Colorado zu künftigen „Hotspots“ in Sachen Wasserkonflikte werden.
Wasser ist ohne Frage eine der wichtigsten Lebensgrundlagen. Doch diese wertvolle Ressource wird zunehmend knapp. Schon in den 1990er Jahren prophezeiten Experten, dass die Kriege im 21. Jahrhundert nicht mehr um Öl, sondern um Wasser geführt werden. Und tatsächlich ist es in der Vergangenheit immer wieder zu Konflikten um das begehrte Gut gekommen – vor allem dort wo, sich Länder Wasser aus Seen oder Flüssen teilen müssen.
Eines von vielen Beispielen ist die politische Auseinandersetzung zwischen Israel und seinen Nachbarstaaten, die durch Streitigkeiten um die Nutzung des Jordanwassers noch verschärft wird. Wissenschaftler befürchten, dass solche Konflikte unter anderem aufgrund des Klimawandels künftig häufiger werden. In welchen Regionen aber ist die Gefahr dafür weltweit am größten?
Wo ist das Risiko am größten?
Dieser Frage sind nun Fabio Farinosi und seine Kollegen vom Joint Research Center der EU-Kommission nachgegangen. Sie kalkulierten mithilfe von Modellrechnungen das Risiko für Konflikte über grenzüberschreitende Wasserreserven. Dabei berücksichtigten sie unter anderem Faktoren wie die Wasserverfügbarkeit, klimatische Entwicklungen und sozioökonomische Bedingungen, aber auch, ob es früher schon einmal zu Konflikten um die geteilte Ressource gekommen ist.