Ehrgeiziges Ziel: Innerhalb der nächsten drei Jahre soll in Europa der weltweit leistungsstärkste Quantencomputer entstehen – ein Rechner mit 100 Qubits und supraleitenden Schaltkreisen. Der von zehn europäischen Partnern entwickelte Quantencomputer wird am Forschungszentrum
Jülich stehen und soll unter anderem Abläufe in Chemie und Materialwissenschaft simulieren und das maschinelle Lernen beschleunigen. Das Projekt „OpenSuperQ“ bekommt dafür zehn Millionen Euro von der EU.
Quantencomputer gelten als Rechner der Zukunft. Dank quantenphysikalischer Phänomene wie der Überlagerung und Verschränkung können die aus Atomen, Ionen oder anderen kleinsten Teilchen bestehenden Quantenbits selbst komplexe Aufgaben parallel abarbeiten. Sie können daher viel höhere Leistungen erreichen als konventionelle Computer und auch Aufgaben bewältigen, die für herkömmliche Rechner zu komplex sind.
Entsprechend fieberhaft arbeiten Wissenschaftler in aller Welt daran, die Quantentechnologie praktisch nutzbar zu machen. Inzwischen gibt es bereits erste kommerzielle Quantencomputer, zwei verschiedene Versionen solcher Rechner haben sich im Duell gemessen und auch die Menge der Qubits in Quantencomputern und -simulatoren steigt – bis zu 50 Quantenbits wurden bereits erreicht.
Rechenkraft von 100 Quantenbits
Doch europäische Forscher wollen nun noch höher hinaus: Ziel des Projekts „OpenSuperQ“ ist es, bis zum Jahr 2021 einen funktionsfähigen Quantencomputer mit 100 Quantenbits zu konstruieren. Mit dieser Größe wäre er der erste Quantenrechner dieses Maßstabs in Europa und auch weltweit unter vergleichbaren Systemen führend. „Das ist eine Größe, mit der dieser Quantencomputer die heutigen Supercomputer klassischen Typs bei bestimmten Aufgaben weit hinter sich lassen wird“, heißt es auf der Projektseite.