Unbegründete Skepsis: Impfungen erhöhen das Allergie-Risiko bei Kindern nicht. Dies untermauert nun erneut eine Studie. Die Forscher hatten dafür oftmals ungeimpften Nachwuchs von Anthroposophen mit konventionell erzogenen Kindern verglichen. Dabei zeigte sich insgesamt zwar eine geringere Anfälligkeit für Allergien in der Anthroposophen-Gruppe. Diese kommt aber durch andere mit diesem Lebensstil zusammenhängende Faktoren zustande – und nicht durch fehlende Impfungen, wie die Auswertung offenbarte.
Impfungen sind eine der wichtigsten Waffen der Medizin. Ihnen verdanken wir, dass potenziell tödliche Krankheiten wie Pocken, Tuberkulose, Diphterie oder Kinderlähmung bei uns so gut wie ausgerottet sind. Trotzdem gibt es immer wieder Eltern, die Bedenken gegenüber den Schutzimpfungen haben. Sie befürchten unter anderem, die Vakzine könnten Allergien auslösen. Wie begründet ist diese Angst?
Tatsächlich enthalten moderne Impfstoffe nur noch wenige potenziell allergieauslösende Antigene – viel weniger, als Kinder im normalen Alltag ohnehin ausgesetzt sind. Auch einige groß angelegte epidemiologische Studien konnten in der Vergangenheit keinen Zusammenhang zwischen Impfraten und der Häufigkeit von Allergien finden.
Anthroposophen-Kinder im Blick
Allerdings gibt es einzelne Untersuchungen, die zu gegenteiligen Ergebnissen kommen. So scheinen Kinder aus anthroposophisch lebenden Familien seltener an Allergien zu leiden. Diese Familien lassen ihren Nachwuchs oftmals nicht impfen. Aber ist dies wirklich die Ursache für dessen Unempfindlichkeit gegenüber allergen wirkenden Stoffen? Dieser Frage sind nun Wissenschaftler um Johan Alm vom Karolinska-Institut in Stockholm nachgegangen.