Überraschende Entdeckung: Wie viele Kalorien wir verbrennen, hängt offenbar auch von der Tageszeit ab. Eine Pilotstudie zeigt: Der Ruheenergiebedarf ist nachts und am frühen Morgen rund zehn Prozent niedriger als am späten Nachmittag und frühen Abend. Demnach wird der Kalorienverbrauch entscheidend von unserer inneren Uhr beeinflusst. Dies könnte auch erklären, warum Schichtarbeiter anfällig für Übergewicht sind, wie die Forscher im Fachmagazin „Current Biology“ berichten.
Ob bei der Gartenarbeit, beim Sport oder Treppensteigen: Wenn wir uns körperlich anstrengen, verbrennen wir besonders viel Energie. Doch auch beim Nichtstun verbraucht unser Organismus schon Kalorien. Er benötigt sie, um grundlegende Körperfunktionen aufrechtzuerhalten – von der Atmung bis zur Verdauung.
Wie viel Energie ein Mensch in Ruhesituationen verbrennt, hängt unter anderem von seinem Alter, Geschlecht und Körpergewicht ab. Forscher um Kirsi-Marja Zitting von der Harvard Medical School in Boston haben nun eine weitere, bisher unbekannte Einflussgröße entdeckt: die Tageszeit.
Simulierte Weltreisen
Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler, wie sich der Stoffwechsel im Laufe eines Tages verändert – und zwar unabhängig von Faktoren wie der Aktivität, der Ernährung oder dem Schlaf-Wach-Rhythmus. Um dies herauszufinden, beobachteten sie sieben Probanden in einem besonderen Labor: Ohne Fenster, Uhren oder Zugang zum Internet hatten die Teilnehmer keine Ahnung, welche Tageszeit es gerade war.