Deutschland ist kein Paradies für Pflanzen und Tiere: Immerhin mehr als 60 Prozent der nach EU-Recht geschützten Arten gelten hierzulande als bedroht, das melden Umweltschutzoragnisationen anlässlich des heutigen Tags des Artenschutzes. Mangelnder Artenschutz könnte sich zudem als teures Vergnügen entpuppen, wie eine zurzeit laufende EU-Studie enthüllt. Ähnlich wie beim Klimawandel schaden die langfristigen Folgen nicht nur der Ökologie, sondern auch der Wirtschaft.
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Während des Treffens der G8+5 Umweltminister in Potsdam im letzten Jahr wurde eine Studie ins Leben gerufen, die die volkswirtschaftlichen Kosten durch den Verlust der biologischen Vielfalt weltweit ermitteln soll. Als Leiter des Forschungsprojekts gewannen Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und EU Kommissar Stavros Dimas nun nachträglich den renommierten Ökonom Pavan Sukhdev, zurzeit Generaldirektor und Leiter der Abteilung „Globale Märkte“ der Deutschen Bank AG in London.
Artensterben gefährdet Medikamentennachschub
Bereits jetzt liegen erste Teil-Ergebnisse über die Auswirkungen des Artensterbens für die Gesundheitsbranche vor – und diese sind nicht gerade ermutigend: Fast die Hälfte aller zugelassenen Medikamente in Deutschland stammt aus Pflanzenmaterial. Zehn der 25 weltweit erfolgreichsten Medikamente werden aus natürlichen Quellen und von wildlebenden Arten, also aus Pilzen, Bakterien, Pflanzen oder Tieren, gewonnen.