Mitochondrien sind für allle höheren Lebewesen unverzichtbar, denn sie sind die „Kraftwerke der Zelle“. Doch es gibt pilzartige Zellparasiten, die nur eine reduzierte Form dieser Zellorganelle besitzen, die Mitosomen. Erstmals haben jetzt Forscher herausgefunden, welche Funktionen die Mitosomen noch besitzen und berichten darüber in „Nature“.
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Kernhaltige Zellen von Menschen, Tieren, Pflanzen und anderen so genannten Eukaryota besitzen in der Regel Mitochondrien. In diesen „Kraftwerken der Zelle“ wird Energie aus Nährstoffen in eine verwertbare Form umgewandelt, wobei das energiereiche Molekül ATP entsteht. Doch es geht auch anders: Die pilzartigen Mikrosporidia, die als Parasiten in den Zellen anderer Eukaryota leben, kommen ohne Mitochondrien aus. Stattdessen enthalten sie Mitosomen, Zellorganellen, die erst vor wenigen Jahren entdeckt worden sind.
Die Mitosomen sind ursprünglich aus Mitochondrien entstanden, haben deren Funktionen und Aufbau aber stark vereinfacht. Sie behielten die typische Doppelmembranstruktur, verloren aber zentrale Funktionen wie die Häm- und ATP-Synthese. Nicht geklärt war bis jetzt, ob die Mitsomen auch eine weitere wichtige Funktion der Mitochondrien reduziert haben, die Biosynthese von Eisen-Schwefel (Fe/S)-Clustern. Wissenschaftler um den Zellbiologie-Professor Roland Lill von der Philipps-Universität Marburg Roland Lill sind dieser Frage nun nachgegangen