Trotz ihrer offensichtlichen Unterschiede sind unsere Nachbarplaneten Mars und Venus in einigen Aspekten erstaunlich ähnlich. So besitzen beide einen Schweif aus geladenen Teilchen auf ihrer Nachtseite, und ein schwaches Magnetfeld, das vom Sonnenwind erzeugt wird. Das ist das erste Ergebnis eines Planetenvergleichs mithilfe von Daten zweier Raumsonden der Europäischen Weltraumagentur ESA.
Die Raumsonden Mars Express und Venus Express geben Wissenschaftler erstmals die Gelegenheit, die Entwicklung der Atmosphären beider Planeten direkt zu vergleichen. Beide umkreisen „ihren“ Planeten und haben nahezu die gleichen wissenschaftlichen Instrumente an Bord, in einigen Fällen sogar exakt baugleiche Geräte. Dies ermöglicht genauere Vergleiche als je zuvor.
Nachtseite mit Teilchenschweif
Die ersten Ergebnisse der Datenauswertung enthüllten gleiche Überraschendes: Denn trotz ihrer offensichtlichen Unterschiede – die Venus ist heiß und von einer dichten Atmosphäre verhüllt, der Mars kalt und nur durch einen dünnen Schleier geschützt – entdeckten die Wissenschaftler der ESA einiges an Gemeinsamkeiten im atmosphärischen Vergleich.
Beide Planeten verlieren relativ konstant elektrisch geladene Teilchen aus ihren Atmosphären. Diese bilden eine Art Schweif auf der der Sonne abgewandten Seite. Ursache für diesen Effekt ist der Sonnenwind, der auf die Atmosphären prallt und dabei die Teilchen herausschlägt. Auf der Erde schirmt ein starkes, im Erdinneren erzeugtes Magnetfeld die Atmosphäre ab und verhindert so eine direkte Interaktion mit dem Sonnenwind. Auf Mars und Venus aber fehlt dieses Schutzschild, so dass die Atmosphären dem kontinuierlichen Strom aus Strahlung und Teilchen voll ausgesetzt sind.