Die beiden Schlammvulkane vor der Küste Ägyptens sind äußerst aktiv und fördern Sedimente aus großen Tiefen sehr schnell nach oben: Dies ist das Ergebnis einer dreiwöchigen Expedition des Kieler Forschungsschiff FS POSEIDON im Nildelta. Die Wissenschaftler waren unterwegs, um den Zusammenhang zwischen Gasgenese und Schlammvulkanen zu untersuchen. Das Forschungsvorhaben soll ein tieferes Verständnis über Gasvorkommen und deren Wechselwirkung mit unterseeischen Emissionen erbringen.
Die beiden Schlammvulkane „Giza“ und „North Alex“ liegen etwa 50 Kilometer vor der Hafenstadt Alexandria in Wassertiefen von 700 und 500 Metern. Hier, im obersten Bereich eines gewaltigen Sedimentfächers, der der Mündung des Nils vorgelagert ist, bilden Schlammvulkane natürliche Austrittsstellen für Gas, Wasser und Schlamm aus kilometertiefen Quellen.
Eine umfassende Genehmigung der ägyptischen Behörden machte es nun erstmals möglich, die Gebiete innerhalb der 50-Meilen-Zone vor der Küste Ägyptens zu untersuchen. Erste Ergebnisse der wissenschaftlichen Expedition zeigen, dass beide Schlammvulkane sehr aktiv sind. Nachgewiesen wurde dies durch hohe Temperaturen nur wenige Meter unter dem Meeresboden von mehr als 60 Grad.
„Diese hohen Temperaturen belegen, dass der Schlammvulkan Sedimente aus großen Tiefen sehr schnell nach oben fördert“, erklärt Tomas Feseker vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-GEOMAR), der mit seinem Team von Wissenschaftlern und Technikern die ungewöhnlichen Phänomene untersuchte. „Für uns bedeutet das, dass wir den Schlammvulkan als ein Fenster in die Tiefe des Meeresbodens betrachten können.“