Von der Natur abgeschaut haben Wissenschaftler ein neuartiges Abwehrmittel gegen Ameisen. Es ist einem Abwehrsekret der Thripse nachempfunden und hat im Gegensatz zu herkömmlichen chemischen Insektiziden keine gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen für Menschen.
„Insekten verursachen weltweit enorme Schäden an Ernteerträgen, sie stellen ein Problem im Bereich der Wiederaufforstung dar und sind oftmals Überträger gefährlicher Krankheiten wie Malaria oder Gelbfieber“, so René Csuk, Professor für Organische Chemie an der -Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). „Das Ziel ist, Insekten ungiftig abzuwehren. Zum einen wird sonst die Umwelt beschädigt, zum anderen schädigt sich der Nutzer auch selbst. Daher sollte man ein Mittel finden, das die Tiere nur abschreckt.“ Csuk und seine Mitarbeiter haben nun ein solches Mittel entwickelt. Sie haben ihr Repellent gegen Insekten der Natur nachempfunden.
Bisherige Mittel auch für Menschen gesundheitsschädlich
Bisher kam zur Insektenabwehr hauptsächlich das Mittel N,N-Diethyl-m-toluamid (DEET) zum Einsatz. Zur Vorsorge für Kleidung, Schuhe und Ausrüstungsmaterial ist besonders im militärischen Bereich Permethrin weit verbreitet. Doch diese Mittel haben Nebenwirkungen. DEET kann zu Hautreizungen führen. Besonders bei Kindern kann man nur eine verdünnte Konzentration verwenden.
„Dies ist besonders nachteilig in Dritte-Welt-Ländern, wo Malaria weit verbreitet ist“, erklärt Prof. Dr. Csuk. Permethrin wird nur auf unbelebten Oberflächen verwendet und hat darüber hinaus bei einer zu hohen Dosierung schädliche Wirkungen auf das menschliche Nervensystem. Durch das neue Abwehrmittel sollen solche Nebenwirkungen vermieden werden.