Supraleiter sind Materialien, die bei tiefen Temperaturen verlustfrei Strom leiten. Ein hohes Magnetfeld zerstört normalerweise die Supraleitung und verwandelt das Material in einen normalen Leiter. Erstmals haben Forscher nun einen bereits im Jahr 1964 vorhergesagten Zwitter-Zustand zwischen normaler Leitung und Supraleitung an organischen Supraleitern nachgewiesen.
Die Wissenschaftler vom Forschungszentrum Dresden-Rossendorf und der Universitäten Genf, Braunschweig, Dresden und Osaka/Japan stellen ihre bahnbrechenden Experimente, die am Hochfeldlabor Grenoble stattfanden, im Fachjournal „Physical Review Letters“ vor.
Supraleiter verlieren bei tiefen Temperaturen ihren elektrischen Widerstand. Sie werden heute beispielsweise für Magnetspulen in Kernspintomographen oder Teilchenbeschleunigern eingesetzt. Jedes supraleitende Material wird jenseits eines kritischen Magnetfeldes zu einem normalen Leiter.
Bei bestimmten Substanzen jedoch tritt im Magnetfeld zwischen die beiden Zustände Supraleitung und Normalleitung eine neue Zwitterphase, in der sich lokal Teile des Materials supraleitend verhalten, während andere Teile des Materials normalleitend sind. Damit wird es möglich, die Supraleitung in weitaus höheren Magnetfeldern als bisher aufrecht zu erhalten. Dieser Zustand kann bevorzugt in Supraleitern auftreten, die auf der Nanometerskala aus leitfähigen und isolierenden Schichten aufgebaut sind.