Schwefel gehört zu den wichtigsten Nährstoffen, die Pflanzen für ein gesundes Wachstum benötigen. Doch Wissenschaftler geben nun Alarm. Nach ihren Schätzungen auf Grundlage eines Modells sind in diesem Jahr bereits knapp 40 Prozent der Ackerflächen in Deutschland von Schwefelmangel bedroht. Eine neue Risikokarte zeigt zudem, dass der drohende Klimawandel die Situation in Zukunft vermutlich noch erheblich verschärfen wird.
Noch vor 25 Jahren kam der Pflanzennährstoff Schwefel als Begleiterscheinung ungereinigter Verbrennungsabgase für die Bauern gratis aus der Luft. Mit höher werdenden Standards in der Luftreinhaltung begann diese Nährstoffquelle zu versiegen, so dass Landwirte heute regelmäßig Schwefel düngen müssen, um stabile Erträge mit hoher Qualität zu erzielen.
Besonders empfindlich reagiert Raps auf Schwefelmangel. Raps ist eine der wichtigsten nachwachsenden Kulturpflanzen Deutschlands für die Erzeugung von Bioenergie. Das Problem: Der für die Pflanzen aufnehmbare Schwefel wird sehr schnell und bei großen Niederschlägen fast vollständig aus dem Boden ausgewaschen.
MOPS im Einsatz

Der für die nächsten Jahrzehnte erwartete Klimawandel wird das Risiko von Schwefelmangel in landwirtschaftlichen Kulturen erhöhen, prognostizieren Diplom-Geoökologe Knut Hartmann und Holger Lilienthal, wissenschaftliche Mitarbeiter am Institut für Pflanzenbau und Bodenkunde des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Braunschweig. Beide haben das „MOdel for Predicting Sulphur-deficiency“ (MOPS) für derartige Vorhersagen flächendeckend weiterentwickelt und in ein Geographisches Informationssystem (GIS) implementiert.