Mit Hilfe der Selbstorganisationskräfte der Natur haben Forscher auf einfache Weise neuartige magnetische Materialien entwickelt. Sie erreichen, dass sich Nano-Kügelchen von selbst auf einem Trägermaterial als geordnete Schicht organisieren und dampfen dann dünne Schichten magnetischer Materialien wie Kobalt und Platin abwechselnd auf. Dabei entstehen auf den Kugeln Schichtstapel mit sichelförmigem Querschnitt, die am Pol dick, am Äquator aber sehr dünn sind.
Die Ausrichtung der Magnetisierung ändert ihre Richtung abhängig von der Schichtdicke und somit auf jeder einzelnen Kugel, so die die Forscher um Thomas Eimüller von der Ruhr-Universität Bochum in der aktuellen Ausgabe von Physical Review B.
Magnetische Materialien maßschneidern
Der enorme Fortschritt in der Herstellung und Charakterisierung magnetischer Materialien hat in den vergangenen Jahren elektronische Stabilisierungssysteme in Fahrzeugen, ebenso wie den gigantischen Anstieg in der Speicherdichte von Computerfestplatten ermöglicht.
Diese Entwicklung basiert hauptsächlich auf der Fähigkeit, die Eigenschaften magnetischer Systeme durch Strukturierung in alle drei Raumrichtungen maßzuschneidern. Auf der Grundlage dieses Konzepts haben die Bochumer Forscher zusammen mit Kollegen aus Konstanz, Stuttgart und den USA ein neuartiges magnetisches Gradientenmaterial entwickelt und untersucht.