Die Tier- und Pflanzenwelt Madagaskars sind weltweit einzigartig, aber auch stark gefährdet: Die Zerstörung ihres tropischen Lebensraumes schreitet rapide und ungebremst voran. Ein internationales Forscherteam hat jetzt erstmals die wichtigsten Gebiete berechnet, die zur Rettung tausender spektakulärer Tier- und Pflanzenarten unter Schutz gestellt werden müssen. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin „Science“ in seiner aktuellen Ausgabe.
Die 22 Wissenschaftler, darunter Forscher aus Braunschweig und München, haben die Verbreitungsgebiete von tausenden einzigartigen Tieren und Pflanzen analysiert. Ihr Ziel ist es, Politiker und Wissenschaftler bei der Planung künftiger Artenschutzgebiete zu unterstützen. Die Basis dafür waren jahrelange Expeditionen in den tropischen Regenwäldern, Bergregionen und Dornwüsten Madagaskars, um die Verbreitung dieser Arten festzustellen.
Computermodelle für die Landkarte der schützenwerten Arten
Mit einem neuartigen computergestützten Verfahren wurden dann die genauen Verbreitungsgebiete jeder einzelnen Art modelliert und mit einer eigens entwickelten Software gemeinsam analysiert. Die Analyse zeigte, dass keine der verschiedenen Organismengruppen alleine ausreichte, um als Modell für alle anderen Gruppen zu dienen und deren Schutz sicherzustellen. Allein bei der gemeinsamen Analyse aller Gruppen konnte ein Modell entwickelt werden, welches bei einer minimalen Ausweitung der Schutzgebietsfläche einen Schutz aller Arten sicherstellte.
Die nun durchgeführte Prioritätensitzung von Schutzgebieten ist die bislang weltweit umfangreichste Analyse dieser Art. Für kein anderes tropisches Land liegt eine ähnlich detaillierte Datenbasis vor. Die hier entwickelten Methoden können als Modell dienen, um Naturschutzplanung in anderen Ländern zu betreiben.