Methan ist eines der stärksten Treibhausgase überhaupt. Eine in „Nature“ veröffentlichte Studie enthüllt nun mögliche Ursachen dafür, dass sich seine Konzentration am Übergang von der letzen Eiszeit zur Warmzeit dramatisch veränderte. Diese Erkenntnisse helfen auch bei der Prognose der zukünftigen Klimaentwicklungen.
Eisbohrkerne sind für die Klimaforschung wichtig, da sie das einzige direkte Archiv sind, an dem Wissenschaftler die Zusammensetzung der Atmosphäre und hier insbesondere die Konzentration der Treibhausgase in der Vergangenheit messen können. Mit Hilfe neu entwickelter Isotopenverfahren ist es Wissenschaftlern des European Project for Ice Coring In Antarctica (EPICA) jetzt gelungen, die wichtigsten Prozesse zu identifizieren, die zu Änderungen der Methankonzentration während des Übergangs von der letzten Eiszeit in unsere Warmzeit führten.
Die Mitarbeiter des Forschungsprojekts EPICA präsentieren zum ersten Mal eine Zeitreihe der kohlenstoffisotopischen Zusammensetzung von Methan (d13CH4) für den gesamten Übergang von der letzten Eiszeit zur Warmzeit. Diese Daten liefern quantitative Information über die Quellen, die für die beobachteten Methanänderungen verantwortlich sind. Sie zeigen, dass Feuchtgebiete in Eiszeiten deutlich weniger Methan emittieren. Im Gegensatz dazu blieb der Ausstoß von Methan aus Waldbränden zwischen Eis- und Warmzeit erstaunlich konstant.
Suche nach Ursache dramatischer Änderungen
Die gut belegten Änderungen der Methankonzentration von Eiszeit zu Warmzeit sind drastisch. Glaziale Konzentrationen betrugen ca. 350 ppbv (parts per billion by volume) und nahmen im Verlauf des Eiszeit/Warmzeit-Übergangs auf ca. 700 ppbv zu. Darüber hinaus beobachtete man Konzentrationsänderungen von ca. 200 ppbv, die mit schnellen Klimaschwankungen verknüpft sind. Im Laufe der letzten Jahrhunderte hat der Mensch durch künstliche Methanemissionen die Methankonzentration auf 1750 ppbv erhöht.