Gemeinsames Essen und jagen schweißt zusammen – das gilt nicht nur für uns Menschen sondern auch für einige in Kolonien lebende Spinnen. Warum eine tropische Spinnenart besonders große Kolonien aufrechterhalten kann, darüber berichten jetzt Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS). Durch Kooperation fangen die Tiere größere Beute und sichern so die Ernährung aller Koloniemitglieder.
Die Koloniegröße der meisten sozialen Lebewesen wird durch ihre Fähigkeit begrenzt, ausreichend Futter für so viele Tiere heranzuschaffen. Im Falle von in Kolonien lebenden Spinnen wächst die Oberfläche der dreidimensionalen Netze, die die Tiere zum Beutefang nutzen, ab einer bestimmten Größe nicht mehr proportional zur Menge der Einzeltiere in der Kolonie. Als Folge sinkt die Menge der Beute pro Spinne und dies wiederum wirkt wie eine natürliche Bremse für die Koloniegröße.
Acht Meter hohe Netze
Doch es gibt eine Ausnahme: Die südamerikanische Spinnenart Anelosimus eximius lebt in Kolonien, die bis zu 20.000 Einzeltiere umfassen. Die Fangnetze der Gemeinschaft reichen dabei bis zu acht Meter hoch in die Kronen der Bäume, das Nest ragt immerhin noch drei Meter hoch auf. Auf irgendeine Weise muss diese Spinnenart demnach die begrenzenden Faktoren überwunden haben – aber wie?
Genau das haben Wissenschaftler der Universität von British Columbia unter Leitung der Zoologin Leticia Avilés jetzt herausgefunden. Bei Untersuchungen im Amazonasgebiet von Equador stellten sie fest, dass die Spinnen ihre Versorgung mit Nahrung sicherstellen, indem sie miteinander kooperieren, gemeinsame Fangnetze weben und immer größere Beute machen, je größer ihre Kolonien werden.