Wärmemaschine im Quantenmaßstab: Physiker haben einen neuartigen Quantenkühlschrank entwickelt, mit dem sie Quantencomputer-Qubits bis auf Rekordtemperaturen heruntergekühlt haben – auf nur noch 22 Tausendstel Grad über dem absoluten Nullpunkt. Dies bringt die supraleitenden Qubits in ihren Grundzustand und könnte Quantenrechner stabiler und weniger anfällig für Fehler machen, wie das Team in „Nature Physics“ erklärt. Basis des Systems ist der Wärmeaustausch von jeweils drei Quanteneinheiten.
Quantencomputer sind leistungsfähig, aber extrem sensibel – schon kleinste Störungen lassen die quantenphysikalische Überlagerung und Verschränkung ihrer Qubits kollabieren. Zum Schutz davor werden die supraleitenden Qubits in Quantenrechnern von Google, IBM und Co auf Temperaturen bis knapp über dem absoluten Nullpunkt heruntergekühlt. Das bringt die Quantenpunkte nahe an ihren energetischen Grundzustand, der einer digitalen Null entspricht.

Um die tiefen Temperaturen zu erreichen, werden bisher meist sogenannte Verdünnungskryostate eingesetzt. Sie kühlen die Systeme mithilfe einer flüssigen Mischung aus zwei Helium-Isotopen. Doch damit lassen sich Qubits nur bis auf rund 50 Millikelvin herunterkühlen – für stabilere, höhere Leistungen der Quantenrechner wären jedoch noch tiefere Temperaturen nötig.
Prinzip des Kühlschranks auf Quantenteilchen übertragen
Jetzt haben Physiker einen neuartigen Quantenkühlschrank entwickelt, der Qubits noch weiter herunterkühlen kann. Das Team um Mohammed Ali Aamir von der Chalmers Universität in Schweden nutzte dafür das Konzept eines Quantenkühlschranks, das bereits 2021 in ähnlicher Form theoretisch postuliert wurde. Vorbild dafür sind normale Kühlschränke. Sie funktionieren, indem sie die Wärme aus ihrem Inneren mithilfe eines Kältemittels nach außen ableiten. Dieses wird dafür im Wechsel verdampft, komprimiert und kondensiert – ähnlich wie auch in einer Wärmepumpe.