Warum wachsen viele Algen so viel schneller als Nutzpflanzen – und weshalb ist ihre Photosynthese-Leistung höher? Eine Antwort auf diese Frage haben nun Forschende durch Untersuchung der am schnellsten wachsenden Grünalge Chlorella ohadii gefunden. Wie die Isotopenmarkierung enthüllte, laufen bei ihr wichtige Zulieferprozese für den Photosynthese-Stoffwechsel effizienter und schneller ab. Diese Erkenntnis könnte dabei helfen, auch die Erträge bei Nutzpflanzen zu verbessern.
Um die stetig wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, müssen Wege gefunden werden, um den Ertrag beim Ernten von Getreide bis 2050 um rund 70 Prozent zu erhöhen. Bisher hat man Landwirtschaft mit Düngermitteln und Resistenzen gegen Schädlinge und Krankheitserreger effizienter und ertragreicher gestaltet. Doch angesichts der knapper werdenden Ackerflächen und der Auswirkungen des Klimawandels sind weitere Strategien nötig, um das Anbauen von Getreide und anderen Nutzpflanzen noch ertragreicher zu machen.
Photosynthese-Stoffwechsel als neues Ziel
Einen neuen Ansatz haben nun Haim Treves vom Max-Planck-Institut für molekulare Pflanzenphysiologie in Potsdam und seine Kollegen gewählt: „Photosynthese ist ein vielversprechendes Ziel um den Ertrag zu erhöhen“, meinen die Wissenschaftler. „Denn ihre Effizienz liegt noch deutlich unter dem theoretischen Maximum“. Nutzpflanzen schöpfen bei der Photosynthese bisher also noch nicht ihr gesamtes Potential aus.

Für ihre Studie untersuchten Treves und sein Team bei verschiedenen Algen die Stoffwechselwege, die mit der Photosynthese in Verbindung stehen, wie beispielsweise der Calvinzyklus. Dieser dient den Pflanzen unter anderem dazu, das für sie wichtige Kohlenstoffdioxid zu fixieren, um daraus im Laufe der Photosynthese organische Verbindungen herzustellen. Die Photosynthese bestimmt demnach mit, wie viel Biomasse ein Pflanze produzieren kann.