Die kosmische Strahlung deckt einen enormen Energiebereich ab. Zum Vergleich: Das Echo des Urknalls, die ursprünglich heiße Strahlung der kosmischen Geburt, hat sich mittlerweile auf etwa 250 Mikro-Elektronenvolt abgekühlt. Die Strahlung der Sterne im sichtbaren Spektralbereich ist mit etwa drei Elektronenvolt (eV) schon energiereicher. Dieser Bereich wird von der kosmischen (und medizinisch angewandten) Röntgenstrahlung mit zehn Kiloelektronenvolt (keV) bis 200 keV weit übertroffen. Kernprozesse in Reaktoren liefern Gammastrahlung von einigen Megaelektronenvolt (MeV).
Was hat die Teilchen beschleunigt?
Die geladene kosmische Strahlung fängt bei MeV-Energien jedoch überhaupt erst an. Sie überstreicht ein enormes Energiefenster von Megaelektronenvolt bis zu den allerhöchsten Energien von 1.020 eV. Insbesondere die kosmische Strahlung der hohen und höchsten Energie erregt das Interesse von Physikern aus aller Welt. Denn den Forschern ist bis heute nicht klar, welche Kräfte im Universum die Teilchen auf eine dermaßen hohe Energie katapultieren können.
Schon 1930 haben Physiker herausgefunden, dass man subatomare Teilchen, wie sie auch in der kosmischen Strahlung stecken, mit Hilfe elektrischer Felder auf hohe Geschwindigkeiten beschleunigen kann. Bringt man Teilchen mit hoher Bewegungsenergie miteinander zur Kollision entstehen eine Vielzahl von Zerfallsprodukten an Hand derer Physiker wichtige Erkenntnisse über den Aufbau der Materie im Allerkleinsten gewinnen können. Seit dem ersten Van-de-Graaff-Generator bauen Physiker zu experimentellen Zwecken immer leistungsfähigere Teilchenbeschleuniger.
Menschliche Teilchenbeschleuniger „harmlos“
Die bisher stärkste Maschine dieser Art, der ‚Large Hadron Collider’, kurz ‚LHC’ wird Ende 2007 am CERN in Genf in Betrieb genommen. Der LHC erzeugt dann Protonen mit Energien von sieben Tera-Elektronenvolt. Niemals zuvor hat der Mensch atomare Teilchen auf höhere Energien beschleunigt. Verglichen mit der hochenergetischen Strahlung aus dem All wirken die am CERN künstlich produzierten Energieskalen allerdings eher harmlos. Denn die energiereichsten Teilchen aus dem All weisen eine Energie auf, die zehn Millionen mal über derjenigen der LHC-Protonen liegt. Auch das Magnetfeld der Erde kann diese höchstenergetischen kosmischen Teilchen nicht mehr abwehren.