Er kam aus dem tiefsten Sibirien, entwarf eine einfache Tabelle und veränderte damit die Welt. Denn das, was Dmitri Mendelejew im Jahr 1869 präsentierte, enthielt nicht weniger als die Grundlage des gesamten Kosmos – die Ordnung der Elemente, der Bausteine aller Materie.
Die Frage nach einem grundlegenden System, einer fundamentalen Gesetzmäßigkeit hinter den Dingen stellten sich bereits die Gelehrten des Altertums. Schon sie erkannten, dass sich einige Stoffe stärker ähnelten als andere und versuchten, darin eine Ordnung zu erkennen.
Der entscheidende Durchbruch aber gelang erst viele Jahrhunderte später Dmitri Mendelejew und seinem Periodensystem der Elemente. Er ordnete nicht nur die bekannten Elemente nach prägenden Eigenschaften und Atomgewichten, sondern erkannte auch die zugrunde liegenden Gesetzmäßigkeiten.
Während Physik und Biologie im Laufe der letzten Jahrzehnte den Zusammenbruch ganzer Weltbilder erlebten, hat sich das Periodensystem des russischen Chemikers bis heute als unverwüstlich erwiesen: Ob die Entdeckung neuer Elementgruppen, die Enträtselung der Atomstruktur oder die Kernspaltung – alle Fortschritte der Chemie und Atomphysik haben den genialen Wurf Mendelejews nur bestätigt und erweitert. Was aber ist das Geheimnis seiner Entdeckung?
Inhalt:
- Die Suche nach dem Urstoff
Was ist ein Element? - Meilenstein Karlsruhe
Eine Chemiker-Konferenz als Initialzündung - Das Rätsel der „Verwandtschaft“
Warum sind sich einige Elemente ähnlicher als andere? - „In meinem Kopf kommt alles zusammen“
Mendelejews Endspurt und das Gesetz der Elemente - Ausreißer im System
Was macht Mendelejews Ansatz so besonders? - „Ungerechtfertigte Spekulationen“
Streit um Mendelejews Element-Prognosen - Element mit Umsturzpotenzial
Die Entdeckung der Edelgase als Nagelprobe für Mendelejews System - Eine universelle Ordnung
Das Periodensystem heute
Nadja Podbregar