Er gilt als der „Sitz der Göttinnen“, der Inbegriff für die Magie der Berge, die Inkarnation von unberührter Wildnis, ein mystischer Ort für Ruhe und Spiritualität: Der Himalaya gehört zu den letzten Paradiesen auf der Erde, wo man „Natur pur“ erleben und die Grenzen der Zivilisation hinter sich lassen kann.
Reiseveranstalter weltweit rühren deshalb eifrig die Werbetrommel für die gewaltige Bergkette – und das mit Erfolg. Viele Hunderttausend Bergsteiger, Trekking-Touristen und All-Inclusive-Urlauber machen sich Jahr für Jahr auf den Weg zum Dach der Welt, um dort – je nach Geschmack – Entspannung, grenzenlose Freiheit oder das Abenteuer zu suchen.
Doch das auf Hochglanz polierte Image des Himalaya hat längst Kratzer bekommen, denn das Erbe der vielen Touristen wiegt schwer. Mount Everest und andere Achttausender der Region ersticken im Müll, den die Expeditionen der letzten 50 Jahre auf den Bergen zurück gelassen haben.
Und auch die Bewohner der Region sorgen für Umweltprobleme und tragen erheblich zum Ausverkauf der Natur bei. So lässt der massive Raubbau an den früher so dichten Bergwäldern den Lebensraum von Tieren und Pflanzen immer weiter zusammenschrumpfen. Er ist aber auch verantwortlich für Klimakapriolen, verheerende Überschwemmungen oder die Ausbreitung von Wüsten.