Dienstag, 15. März, 06:10 Uhr Ortszeit in Fukushima. Wieder erschüttert eine Explosion das Reaktorgelände. Diesmal ist es der Reaktorblock 2. Freiliegende Brennstäbe und steigende Temperaturen haben nun auch hier zu einer Wasserstoffexplosion geführt. Im Gegensatz zu den Explosionen der beiden Nachbarblöcke läuft diese jedoch weniger glimpflich ab: Die Anzeichen mehren sich, dass diesmal auch der Druckbehälter des Reaktors beschädigt wurde.
Messgeräte im unmittelbaren Umfeld der Anlage registrieren kurz darauf Strahlenwerte von mehr als acht Millisievert pro Stunde – Tendenz steigend. Zum Vergleich: Die natürliche Hintergrundstrahlung, der jeder Mensch ausgesetzt ist, liegt bei ein bis zwei Millisievert im Jahr, das entspricht 0,2 Mikrosievert pro Stunde. Die Zeitangabe ist dabei der entscheidende Schlüssel: Erhält man die gleiche Dosis von ein bis zwei Millisievert innerhalb von nur einer Minute, erkrankt man innerhalb eines Tages an der Strahlenkrankheit.
Erst Stunden später stellt sich heraus, dass die Kraftwerksbetreiber das erneute fast sechs Stunden anhaltende Trockenfallen der Brennstäbe vor der Explosion diesmal möglicherweise mit Absicht zugelassen haben. Gerüchten zufolge sollte dadurch das Anschließen einer Feuerwehrleitung zum Einleiten von Meerwasser erleichtert werden.
Katastrophe im Abklingbecken
06:14 Uhr Ortszeit. In Fukushima überschlagen sich nun die Ereignisse: Kaum ist die Explosion in Block 2 verklungen, knallt es im Block 4. Auch hier hat der unmittelbare Kontakt überhitzter Brennstäbe mit Wasserdampf zu einer Wasserstoffexplosion geführt. Diesmal allerdings in einem hochradioaktiven Bereich des Reaktors: dem Abklingbecken.