Im „Marsianer“ wird die Hermes auf ihrem Flug zum Mars von einem Ionenantrieb beschleunigt. Diese Form des Antriebs wird schon heute von der NASA bei unbemannten Missionen eingesetzt, beispielsweise bei der Raumsonde Dawn, die im Asteroidengürtel unterwegs ist. Sowohl die Flugbahnen als auch der Antrieb sind daher durchaus realistisch und nur eine Fortführung schon existierender Technologie.
Wie eine sanfte Brise
Für den Schub sorgt ein dünner Strom von positiv geladenen Ionen eines Gases wie Xenon oder Argon. Die Teilchen werden in einem elektrischen Feld beschleunigt und mit bis zu 50.000 Kilometer pro Stunde ausgestoßen. Ein zweiter Strahl mit negativ geladenen Elektronen sorgt dafür, dass der Ionenstrahl nach dem Ausstoß wieder neutralisiert wird – sonst würde die Raumschiffhülle ihn anziehen, statt dass er gerade nach hinten wegströmt.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Raketenbrennstoffen wie Hydrazin erzeugt ein Ionenantrieb nur eine sehr geringe Schubkraft, vergleichbar einer sanften Brise. Für einen Start von der Planetenoberfläche wäre das viel zu wenig. Die Raumsonde Dawn benötigte beispielsweise vier Tage, um von Null auf knapp hundert Stundenkilometer zu beschleunigen – nicht gerade ein Bolide. Der Ionenantrieb funktioniert zudem nur im Vakuum, so dass ein Raumschiff entweder konventionelle Zusatztriebwerke benötigt oder aber erst vom Orbit aus starten kann.
Rasend schnell nach längerer Zeit
Dafür ist der Schub eines Ionentriebwerks jedoch konstant und hält über den gesamten Flug hin an, wodurch das Raumschiff stetig schneller wird und jederzeit seinen Kurs korrigieren kann. Gerade bei längeren Flügen kann ein solches Raumschiff daher enorme Geschwindigkeiten erreichen – möglich sind bis zu 300.000 Kilometer pro Stunde. Die Raumsonde Dawn hatte nach mehr als fünf Jahren konstanter Beschleunigung immerhin schon ein Tempo von mehr als 40.000 Kilometern pro Stunde. Zum Vergleich: Die Höchstgeschwindigkeit der Space Shuttles lag bei maximal 29.000 km/h.