Wer heute den Ries-Krater und einige seiner Geotope besucht, wandelt dabei sogar auf den Spuren echter Astronauten. Denn im August 1970 diente das Nördlinger Ries sogar als Testgelände für eine US-Weltraumission: den Flug der Apollo 14 zum Mond. Auch einige Astronauten der Apollo 17-Mission nahmen an der Exkursion teil. Der Grund: Nirgendwo sonst auf der Erde sind die typischen Merkmale eines solchen Einschlagskraters so vollständig und gut erhalten.

Das Ziel der Apollo-14-Mission war Fra Mauro, ein 80 Kilometer großer lunarer Meteoritenkrater, dessen Beschaffenheit die US-Astronauten untersuchen sollen. Damit sich Commander Alan Shepard und seine Kollegen mit der typischen Geologie solcher Impaktkrater besser vertraut machen können, führten sie, unterstützt von Geologen der Universität Tübingen, mehrere Exkursionen zu Steinbrüchen im Ries durch.
Gekippte und gequetschte Gesteine
Die Astronauten besuchten unter anderem den Steinbruch Siegling, wo sie die inverse Lagerung studieren – die typische, vom Einschlag umgekehrte Abfolge der Gesteinsschichten. Dieser Steinbruch ist zwar heute nicht mehr zugänglich, von einer Aussichtsplattform am Geotop Linde kann man ihn aber anschauen.
Wie typische, bei Meteoriteneinschlägen entstandene Hochdruckmineralien aussehen, untersuchten die Apollo-Astronauten im Steinbruch Langermühle bei Meihingen. Hier lässt sich heute noch erkennen, wie Granit und Gneis aus den tieferen Gesteinsschichten durch die Wucht des Impakts verändert wurden. Sie bildeten die Mineralien Coesit und Stishovit und zeigen im Gesteinsdünnschliff typische Merkmale wie Glaseinschlüsse und charakteristische Lamellen und Brüche.