Wenn bodenbewohnende Amöben der Gattung Dictyostelium keine Nahrung mehr finden, geschieht etwas Erstaunliches: Wie auf ein geheimes Signal hin strömen Tausende dieser einzelligen, zu den Schleimpilzen gehörenden Lebewesen zusammen. Sie bilden gemeinsam einen pilzförmigen Körper mit Stiel und Hut, der widerstandsfähige Sporen produziert – die nächste Generation von Einzellern, die auf Nahrungssuche geht, sobald die Umweltbedingungen es zulassen.
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Gezielte Bewegung
Wie diese einzelligen Lebewesen kommunizieren auch unsere Körperzellen miteinander, reagieren auf ihre Umgebung und bewegen sich aktiv fort – also aus eigenem Antrieb. Auf ihren Wanderungen kriechen Zellen durch Gewebe. Sie tasten sich voran, suchen Halt, ziehen und schieben sich durch Lücken. Dabei bewegen sie sich zielgerichtet. Besonders während der Embryonalentwicklung müssen Heerscharen von Zellen den richtigen Platz im Körper finden.
Aber auch im ausgewachsenen Organismus wandern Zellen. Immunzellen beispielsweise spüren Entzündungsherde auf, und Blutgefäßzellen bewegen und verändern sich, um neue Gefäße auszubilden. Krebszellen dringen in Gewebe ein, um dort Metastasen zu bilden.