Sind die Extreme dieses und der letzten Jahre nur „Ausrutscher“ im Wettergeschehen oder müssen wir uns darauf einstellen, dass solche Ausnahmen zukünftig zur Regel werden? Die Antwort lautet: Sowohl als auch. Zwar macht „eine Hitzewelle noch keinen Klimawandel“ und aus einzelnen Wetterextremen kann noch nicht auf einen Zusammenhang mit dem Klimawandel geschlossen werden, wie auch Klimaforscher immer wieder betonen.
Eine Häufung der Extreme allerdings gilt sehr wohl als wichtiges Indiz, wie auch Stefan Rahmstorf vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PiK) erklärt: „Die Frage lautet nicht, ob speziell die Elbeflut eine Folge der Erderwärmung war, sondern ob die Häufigkeit solcher Unwetter durch die Erderwärmung zunimmt.“
Genau dies scheinen die Statistiken jedoch mehr und mehr zu belegen: Rückversicherer – die „Versicherungen für die Versicherungen“ – gehören zu den eifrigsten Beobachtern der Ereignisse im Bereich der Naturkatastrophen. Kein Wunder, sind sie es doch, die im Schadensfall die meisten Kosten tragen müssen. Entsprechend viel Arbeit investieren sie in die Dokumentation und statistische Erfassung von Naturkatastrophen.
Und ihre Ergebnisse scheinen eindeutig: Die Münchener Rückversicherung beispielsweise registrierte eine deutliche Zunahme der Katastrophenschäden seit 1950. Die Auswertungen zeigen, dass sich in den 90er Jahren fast drei Mal so viele schwere Naturkatastrophen ereigneten wie in den 60er Jahren. Besonders stark zugenommen haben dabei Stürme und Überschwemmungen – sowohl in ihrer absoluten Anzahl als auch gemessen am Ausmaß der Schäden. Die volkswirtschaftlichen Schäden durch Wetterkatastrophen sind in diesem Zeitraum auf das Dreifache, die versicherten Schäden sogar auch das acht bis vierzehnfache angestiegen.