Immer mehr Gegenstände sind mit dem Internet verbunden; schon bald wird es normal sein, dass nicht nur Drucker, Computer und Telefone online sind, sondern auch Autos, Kühlschränke und vieles mehr. Doch auf allen vernetzten Geräten läuft Software, die in der Regel Sicherheitslücken aufweist.

„Durchschnittlich finden sich in einer gut gepflegten Software ein bis zwei sicherheitskritische Schwachstellen pro 20.000 Zeilen Code“, erklärt Thorsten Holz vom Lehrstuhl für Systemsicherheit der Ruhr-Universität Bochum. Das Betriebssystem Windows besteht beispielsweise aus 40 bis 50 Millionen Zeilen, die demnach Tausende von Sicherheitslücken enthalten müssten. Ein Drucker hat immerhin noch mehrere Hunderttausend Zeilen Code.
Jedes Gerät ist anders
Mit dem Internet der Dinge dringt die vernetzte Welt in alle Bereiche des Alltags vor – umso wichtiger wird der Schutz vor Angriffen. Aber woher sollen die Sicherheitslösungen für so viele verschiedene Geräte kommen? Eine Herausforderung für IT-Experten ist es, dass die Geräte im Internet der Dinge unterschiedliche Prozessoren beinhalten.
Elektronische Türschlüssel besitzen zum Beispiel Mikrocontroller, die klein und billig sind und nicht viel Strom verbrauchen. Sie können gerade einmal rund 20 Befehle ausführen, darunter arithmetische Operationen wie Addition und Subtraktion oder Befehle wie „Springe an eine bestimmte Stelle des Codes“. Intel-Prozessoren in Computern hingegen müssen vor allem schnell sein. Sie sind wesentlich komplexer und verstehen rund 500 Befehle, auch arithmetische Operationen und Sprungbefehle. Mit einem einzigen Befehl können sie eine Verschlüsselung ausführen, die eigentlich aus hunderten Einzelschritten besteht.