Einmal kurz in Mittelchen in die Nase gesprüht und schon ist der Partner treu. Das klingt wie der typische Wunschtraum vieler, funktioniert aber – zumindest im Experiment – tatsächlich. Denn das Kuschelhormon Oxytocin macht nicht nur Wühlmäuse monogam, auch bei uns Menschen sorgt es für verstärkte Treue zum Partner.
Lange Zeit galt das Neuropeptid Oxytocin als reines Mutterschaftshormon: Es löst die Muskelkontraktionen bei den Wehen aus und stärkt nach der Geburt die Bindung zwischen Mutter und Kind. Dann aber zeigte sich, dass dieses Bindungshormon auch beim Körperkontakt mit dem Partner, beim Kuscheln und beim Sex freigesetzt wird. Bei Wühlmäusen entscheidet das Oxytocin sogar darüber, ob sie ihrem Partner lebenslang treu sind oder aber zwangslosen Partnerwechsel bevorzugen.
Forscher gehen daher davon aus, dass Oxytocin auch in unseren Paarbindungen eine wesentliche Rolle spielt – es ist quasi der Kitt, der die Beziehung jenseits der akuten Verliebtheit zusammenhält und uns treu macht.
Hormon gegen das Fremdgehen?
Aber reicht diese Wirkung des Kuschelhormons aus, um ein Fremdgehen zu verhindern? Und wenn ja, wie erreicht es das? Diese Frage haben René Hurlemann von der Universität Bonn und seine Kollegen in den letzten Jahren in mehreren Experimenten untersucht. In einem davon verabreichten sie Singles und gebundenen Männern per Nasenspray entweder eine Dosis Oxytocin oder ein Placebo. Anschließend verwickelte ein attraktiver weiblicher Lockvogel die Probanden in ein flirtendes Gespräch.