Im großen Maßstab wurden chemische Kampfstoffe erstmals im Ersten Weltkrieg, als dies durch Fortschritte in der Forschung und die industrielle Massenherstellung von Chemikalien möglich wurde. Der Einsatz der neuen Waffen ist vor allem mit einem Namen verknüpft: Fritz Haber.

Der Chemiker hatte durch seine Forschung schon vor dem Ersten Weltkrieg die Welt grundlegend verändert und dafür 1918 den Nobelpreis erhalten: Mit der Erfindung des Haber-Bosch-Verfahrens war erstmals die großtechnische Herstellung von Ammoniak aus Luftstickstoff und Wasserstoff möglich. Daraus konnte man erstmals Nitrate für Kunstdünger herstellen, um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren.
Allerdings ließ sich daraus auch Schießpulver herstellen, was den Ersten Weltkrieg für das von Rohstoffen wie Chilesalpeter abgeschnittene Deutschland überhaupt erst möglich machte.
Der erste Feldversuch bei Ypern
Mit Kriegsbeginn im Jahr 1914 begann Haber intensiv mit Giftgasen zu experimentieren, die möglicherweise einen Vorteil in der modernen Kriegsführung bieten könnten. Auch wenn die deutsche Heeresleitung alles andere als begeistert war, den „Feind wie Ratten zu vergiften“, genehmigte sie den testweisen Einsatz.