Terra Australis Incognita, das sagenumwobene Südland. In den Vorstellungen der Menschen der Antike war es ein Land mit angenehmen Temperaturen, vielen Einwohnern und ungeheuren Reichtümern, eine Art Paradies auf Erden. Dort hoffte man die Minen König Salomons wieder zu finden, Gold, Silber und Gewürze müssten dort in Hülle und Fülle zu entdecken sein, so glaubte man damals.
Nur wie groß dieser Kontinent sein sollte, darüber war die Wissenschaft uneins. Manche Forscher glaubten, dass fast die gesamte südliche Halbkugel von dieser gewaltigen Landmasse bedeckt sein müsse, andere schätzten seine Dimensionen dagegen viel geringer ein. Trotzdem wagten es bereits die frühen Geographen wie Claudius Ptolemäus um 150 vor Christus diesen mystischen Kontinent auf ihren noch sehr einfachen Weltkarten einzutragen.
So richtig beschäftigte man sich in Europa jedoch nicht mit einer möglichen Entdeckung dieses Südlandes. Wenn es denn den reichen Superkontinent wirklich gab, konnte man ihn mit den damaligen Mitteln doch sowieso nicht erreichen. Warum sich also deshalb Gedanken machen. Schließlich glaubte man noch im 15. Jahrhundert, dass die Seefahrer beim Versuch den Äquator zu überqueren in den tropischen Gewässern gekocht würden.
Erst im Verlaufe des Zeitalters der Entdeckungen wurde der Traum vom Südland allmählich realistischer. Spanien und Portugal sprengten auf dem Seewege die engen Ketten Europas und setzten immer neue Meilensteine in der Geschichte der Seefahrt: