Schon die Entdeckungsgeschichte von Ceres zeigt die Sonderstellung dieses Kleinplaneten. Denn das mit knapp 1.000 Kilometern Durchmesser größte Objekt des Asteroidengürtels war der erste im Sonnensystem entdeckte Asteroid – und wurde prompt zunächst für einen echten Planeten gehalten.

Lichtpunkt am richtigen Ort
Kein Wunder: Als der italienische Astronom Giuseppe Piazzi 1801 diesen Lichtpunkt zwischen der Mars- und Jupiterbahn aufspürte, lag dieser genau dort, wo den theoretischen Berechnungen nach noch ein Planet im Sonnensystem fehlte. Denn die Kräfte- und Bewegungsverhältnisse der bekannten Planeten legten eine bestimmte Abstandsfolge der Sonnenbegleiter nahe – und die Lücke zwischen Mars und Jupiter passte nicht ins Bild. Position und Bahn von Ceres schienen diese Lücke perfekt zu füllen.
Erst rund 50 Jahre später kamen Zweifel daran auf, dass es sich bei diesem Objekt wirklich um einen vollwertigen Planeten handelte. Denn inzwischen waren zahlreiche weitere, kleinere Asteroiden in der gleichen Himmelsregion entdeckt worden. Wäre Ceres aber ein echter Planet, hätte er diese kleineren Brocken längst anziehen und sich einverleiben müssen.
Nicht gefegt
Heute ist klar, dass es sich bei Ceres zwar um einen echten Riesen des Asteroidengürtels handelt, aber noch nicht ganz um einen vollwertigen Planeten. Denn auch wenn er ein Drittel der Masse aller Asteroiden des Sonnensystems auf sich vereinigt, annähernd kugelförmig ist und auch eigenständig um die Sonne kreist, fehlt ihm eine entscheidende Eigenschaft zum echten Planeten: Er hat seinen Vorgarten nicht gefegt – seine Umlaufbahn ist nicht durch seine Schwerkraft oder Kollisionen freigeräumt.