Die Auswirkungen der Klimawandels sind alles andere als gerecht verteilt: Hunger, Wasserknappheit oder Krankheiten treffen die ärmsten Länder und Völker als erste und am stärksten – obwohl diese am wenigsten zur globalen Erwärmung beigetragen haben. Die Hauptlast tragen damit zum größten Teil Menschen, die ohnehin bereits am oder unterhalb des Existenzminimums leben. Aber warum?

Anfällige Wirtschaft
Dafür gibt es zwei Hauptgründe: Zum einen sind viele Entwicklungsländer abhängig von Wirtschaftszweigen, die ganz besonders für Klimafolgen anfällig sind, wie zum Beispiel die Landwirtschaft. Fällt dann der Hauptmotor der Wirtschaft wegen Missernten aus, gibt es kaum Puffer und die Bevölkerung ist der Armut und dem Hunger nahezu hilflos ausgeliefert. „Wir stehen in der realen Gefahr, dass die jüngsten Errungenschaften in der Armutsbekämpfung in den kommenden Dekaden wieder verloren gehen, vor allem für die ärmsten Gesellschaften auf dem afrikanischen Kontinent“, warnte daher auch Kivutha Kibwana, der kenianische Umweltminister auf der Welt-Klimakonferenz 2007 in Nairobi.
Regenzeit adé?
Zum anderen aber haben diese Länder auch geographisch oft die schlechteren Karten: Sie liegen in unfruchtbaren, von Trockenheit gefährdeten und der Hitze ausgesetzten Gebieten. Häufig schwanken hier die Niederschläge ohenhin sehr stark und trockene Perioden mit Dürren und Wassermangel sind keine Ausnahme. Bisher jedoch reichten die Regenzeiten oder der zumindest ab und zu fallende Niederschlag gerade noch aus, um das prekäre Gleichgewicht zu halten und den Menschen und ihren Tieren und Feldern ein – wenn auch karges – Überleben zu ermöglichen.
Doch mit der Verschiebung der Klimazonen und Niederschlagsmuster gerät dieses gerade noch funktionierende System aus dem Gleichgewicht. Was dies bedeutet, zeigte sich Anfang 2007, als in Ostafrika die Regenzeit ausblieb: Ernten fielen aus, Vieh verdurstete und drei Millionen Menschen hungerten. In Zukunft werden die Bewohner Kenias einer solchen Situation wohl häufiger ausgesetzt sein: Das IPCC prognostiziert für viele ohnehin trockene Gebiete der Tropen und der mittleren Breiten eine Abnahme der Niederschläge und der Wasserverfügbarkeit um zehn bis 30 Prozent.