Die Riesgegend vor rund 14,6 Millionen Jahren. Ganz Süddeutschland ist in dieser Zeit ein subtropisches Paradies: Üppige immergrüne Wälder aus Eichen, Lorbeerbäumen und Magnolien wechseln mit sumpfartigen Feuchtgebieten ab. An den Ufern der Gewässer suchen Pelikane und Krokodile nach Beute, in den Bäumen hangeln sich Affen von Ast zu Ast. Sie ahnen nichts von der Katastrophe, die ihre Heimat bald völlig zerstören wird.
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Zwei kosmische Boliden
Über ihnen jedoch kündigt sich das Unheil schon an: Ein heller Lichtpunkt rast aus Südwesten kommend über den Himmel und wird in kürzester Zeit so hell wie eine zweite Sonne. Erzeugt wird der Schein von einem kosmischen Besucher – einem rund einen Kilometer großen Asteroiden, der mit mehr als 70.000 Kilometer pro Stunde durch die Erdatmosphäre stürzt. Begleitet wird der Brocken von einem kleineren, rund 150 Meter großen Trabanten.
Innerhalb von Sekunden haben die beiden glühenden Geschosse die Atmosphäre durchquert. Schon Sekundenbruchteile vor dem Aufprall ist ihre Energie so hoch, dass Teile des Untergrunds verdampfen. Geschmolzenes Gestein schießt seitlich in die Höhe und wird bis zu 400 Kilometer weit verteilt – bis nach Böhmen, Österreich und in die Schweiz reicht dieser Regen aus geschmolzenem und wieder zu Glaströpfchen erstarrtem Gestein.