Neben den Nervengiften gibt es aber auch noch andere Wirkstoffe, die dem Opfer schwere Schäden zufügen oder es für immer außer Gefecht setzen können. So haben häufig auch Hämotoxine – Blutgifte – ihre Hand im Spiel. Sie vernichten Zellen oder Gewebe und machen in ihrer Zerstörungswut auch vor den roten und weißen Blutkörperchen nicht halt. Die Cardiotoxine einiger Schlangen dagegen verursachen Herzstillstand und führen so zum Exitus des Beutetieres.
So verschieden die einzelnen Giftmischer unter den Tieren auch arbeiten, eines haben sie stets gemeinsam: Ihre chemischen Waffen bestehen nie auf einem einzigen Stoff. Es handelt sich immer um einen Cocktail aus zum Teil hunderten oder tausenden von Substanzen, die zusammen für die Giftwirkung im Organismus verantwortlich sind. Nervengifte werden dabei munter kombiniert mit Blutgiften oder andersherum.
Bei manchen Tieren dürfen auch Verdauungsenzyme im Gift nicht fehlen. Nach dem Biss oder Stich ist die Beute in so einem Fall nicht nur gelähmt oder tot, sondern auch bereits für das Gefressenwerden bestens präpariert. Der Gift-/Enzymmix führt dazu, dass sich das Innere der Beutetiere nach und nach auflöst und anschließend vom Angreifer „ausgeschlürft“ werden kann. Übrig bleiben am Ende nur noch die widerstandsfähigen harten Überreste der Opfer wie beispielsweise ein Krebspanzer nach einer Tintenfischmahlzeit.
Um sich nicht selbst mit den gefährlichen Substanzen zu vergiften, lagern einige Arten die verschiedenen Bestandteile ihres Toxins getrennt. Erst kurz vor dem Biss oder Stich werden sie „zusammengemixt“ und können dann im Opfer ihre volle Wirkung entfalten.